Während wir aufbrechen, beginnt es schon hell zu werden.
Müde und erschöpft von den kurzen Nächten brauchen wir heute einen Erfolg.
Die letzten Tage waren stürmisch, verschneit und mit Wolken bedeckt. Deshalb konnten wir keine guten Aufnahmen machen und sind an einem Tiefpunkt.

Gedanklich sind wir noch bei unserer Morgenandacht mit der Aussage: „Lasst uns den Erfolg von Gott erbeten. Es liegt nicht mehr an uns. Wir haben alles getan, was in unserer Macht liegt. Aber die Wale direkt an unser Boot zu bringen, kann nur Gott.“
Mit zwei Booten starten wir die nächste Fahrt auf das Meer. Für die Fahrt in die richtigen Gewässer brauchen wir etwa 45 Minuten. „Boot von Schiff, kommen“ rauscht es durch das Funkgerät. „Wir auf dem Schiff wollen nochmal Gott um seinen Segen bitten. Macht bitte dasselbe auf eurem Boot.“


Kurz vor dem Ziel machen sich die Taucher bereit. Sie nutzen die Fahrtzeit, um sich warm zu halten, damit sie im kalten Wasser nicht zu schnell auskühlen. Die Unterwasserkamera wird vorbereitet, der Trockentauchanzug ist dicht und die Tauchmaske aufgesetzt. Jetzt dürfen die Wale kommen, für die wir so intensiv gebetet haben.

Und tatsächlich! Hinten am Horizont ist ein Blas zu sehen und das kleine Boot macht sich sofort auf den Weg. Währenddessen steigt die Drohne auf, um uns mit der Luftaufklärung zu unterstützen.
Doch als wir am Ort des Geschehen ankommen, sehen wir nur noch ihre Buckel und danach die Fluke langsam ins Wasser gleiten.
Wir wissen genau, was jetzt passiert. Die Wale tauchen ab und werden einige Minuten nicht zu sehen sein, bis sie an einer anderen Stelle wieder auftauchen.

Nur wenige Meter entfernt tauchen die Buckelwale auf.

Gespannt sind unsere Blicke auf das Meer gerichtet. Die Sicht ist klar und das Meer hat nur geringen Seegang.  Endlich, nach sieben Minuten taucht die Walgruppe wieder auf und wir versuchen es erneut uns ihnen zu nähern. Vorsichtig fahren wir in ihre Richtung. Jeder an Bord ist angespannt und unsere Blicke sind stur auf die Wale vor uns gerichtet.

Nur noch wenige Meter entfernt gleiten die Taucher ins kalte Wasser. Die Buckelwale befinden sich in unmittelbarer Nähe. Nach wenigen Sekunden sind sie inmitten einer Walgruppe. An Bord des Bootes herrscht Anspannung. Mehrere Minuten können sie die Wale sehen, bis sie mit einem Strahlen im Gesicht zum Boot zurückschwimmen. „Halleluja, Gott hat uns gehört“ hören wir einen von ihnen rufen, während wir sie an Bord holen.

Auf dem Schiff können wir zur gleichen Zeit die Orcas beim Jagen der Heringe beobachten. Fischer habe einen Schwarm Heringe eingefangen und das zieht Möwen, Seeadler und Orcas an.
Es ist überwältigend, wie Gott uns an einem Tag so viel geschenkt hat. Den Erfolg können wir nicht uns, sondern nur Gott zuschreiben. Wir konnten nur bitten und er hat uns erhört. Ihm sei Dank und Ehre dafür.