Spildra, unsere Insel

Es hat wieder geschneit.
Vor der Tür ist es dunkel. Ganz vorsichtig gehen wir von unserer Hütte in das Haupthaus. Unter dem Schnee befindet sich eine rutschige Eisschicht, die sich gefühlt über die ganze Insel zieht.

Alle Häuser stehen an der Südlichen Küste der Insel.

Aus jeder der drei Hütten, in denen wir schlafen, kommen wir zum Frühstück und zur Morgenandacht zusammen.
In dem Haupthaus befindet sich die Küche und die Zentrale, in der wir uns austauschen und besprechen.
Das zweite Gebäude ist das Taucherhaus. Hier sind die Taucher, unser Notarzt und der Mediendesigner untergebracht.
Etwas weiter weg befindet sich unser Haus für drei Personen. Es ist die Werkstatt in der Kleinigkeiten repariert werden können.
Das letzte Haus ist das spannendste, denn hier gibt es kein fließendes Wasser. Liebevoll nennen wir es Kabuff.


Nachdem wir gestern gemeinsam Weihnachten gefeiert haben, beginnen wir heute die Insel zu entdecken und die Ausrüstung für die morgige Ausfahrt vorzubereiten.
Beim Abendessen sprechen wir nochmal mit unserem einheimischen Kapitän, der uns rät, nicht rauszufahren, da es Morgen einen Sturm geben soll.

Das entmutigt uns nicht!
Am nächsten Morgen bevor es hell wird, machen sich die Männer auf den Weg, den Sturm und die Landschaft aufzunehmen. Die Temperatur ist wie gewohnt bei null Grad Celsius.
Es weht ein kleiner Wind, doch vom Sturm ist noch nichts zu spüren. Am Horizont sehen wir schon eine dunkle Wolke über den Fjord fallen.
Auch der Wind wird stärker und es beginnt zu schneien. Der Seeadler ist bei diesem Wetter nicht weit rausgeflogen, deshalb wird er ein Ziel der Fotografen und Filmer.

Der König der Lüfte.
Der König der Lüfte.

Eisig peitscht der Schnee ins Gesicht. In einigen Minuten ist die Sicht auf wenige Meter gefallen, selbst die Leuchtfeuer im Hafen sind nicht zu sehen.

Innerhalb von zehn Minuten wechselt das Wetter, vom Schneesturm zu einem wunderschönen Abendrot. Es ist ein Geschenk, in so kurzer Zeit ganz verschiedene Szenen aufnehmen zu können.
Das erfüllt uns auch heute mit Dankbarkeit!

Der Himmel klart schnell auf.
Der Himmel klart schnell auf.

Hoch in den Norden

Hoch in den Norden

Es ist endlich soweit, die Motoren brummen.
Drei Fahrzeuge und 16 Expeditionsteilnehmer sind bereit, den langen und weiten Weg hinter den Polarkreis auf sich zu nehmen.

Die Landschaft lässt uns immer wieder über unseren Schöpfer staunen.
Die Landschaft lässt uns immer wieder über unseren Schöpfer staunen.

Die letzten Monate waren für alle Teilnehmer eine besondere Vorbereitungszeit.
Jeder musste sich in seinem Fachgebiet weiterbilden, sich mit der Technik vertraut machen und besonders lernen, auf Gott zu vertrauen.
Denn eine Frage blieb trotz den vielen Vorbereitungen immer noch offen: Wo sind die Wale dieses Jahr?

Um uns fachlich fortzubilden, trafen wir uns jede Woche in einem OnlineMeeting. Interessiert folgten wir der Vorlesung unseres Biologen, klärten organisatorische Fragen und beteten gemeinsam für die kommende Zeit und die damit verbundenen Vorbereitungen.


Am Freitag den 21. Dezember beginnen wir das Gepäck zu verstauen. Es ist eine besondere Herausforderung, die 2000 Kilogramm Ausrüstung richtig auf die Fahrzeuge aufzuteilen. Bis spät abends wird fleißig gepackt und müde fallen wir dann in die Betten.

Nach dem Verabschiedungsgottesdienst am nächsten Morgen beginnen wir unsere lange Reise. Wie letztes Jahr sind wir auch diesmal wieder in Fahrerteams aufgeteilt, die sich alle vier Stunden ablösen. So können wir ohne große Pausen die etwa 2800 Kilometer in 50 Stunden bewältigen.

Die Sonne werden wir die nächsten Tage nicht mehr sehen können.


In Burfjord angekommen, erwartet uns schon unser Kapitän Roy mit seinem Schiff. Es schneit und trotz dessen, dass es gerade erst kurz nach zwölf Uhr mittags ist, setzt schon die Dämmerung ein. Gemeinsam laden wir die gesamte Ausrüstung auf das Schiff und fahren noch 1,5 Stunden über das Nordmeer auf die Insel Spildra.
Als wir ankommen, ist es schon dunkel. Die Polarnacht sorgt dafür, dass es am Tag nur für wenige Stunden hell wird. Diese kleine Insel mit 26 Einwohnern wird für die nächsten Tage unser Zuhause sein.

Über 150 Koffer müssen bei Kälte und Dunkelheit auf das Schiff umgeladen werden.


Auf besseres Wetter warten

Der Frühstückstisch ist am 30.12.2017 schon um 6:30 Uhr reich gedeckt, damit unsere Bootsführer früh in See stechen können, um das zweite Boot zu holen.

Nach einiger Zeit kommt die Gruppe zurück: Unwetter! Der Wind ist viel zu stark, und die Wellen im Fjord schon viel zu hoch für unser kleines Boot.

Das Boot läuft aus dem Hafen aus

Jetzt heißt es auf besseres Wetter warten und sich einrichten.

Die Küche hat einiges an leckerem Essen für diese Woche auszupacken. Die IT-Struktur musste aufgebaut werden: Router, Switch, Netzwerkkabel und Server zum Sichern und Austausch der Fotos. Die Fotografen erkunden die Gegend und testen die Ausrüstung in dem kalten Wetter. Martin macht Audioaufnahmen vom knirschenden Schnee, von starkem Wind und von den Umgebungsgeräuschen.

Blick in Richtung Süden

Blick in Richtung Norden

In dieser Zeit nimmt der Wellengang ab, sodass das Boot auslaufen kann und die Bootsführer ein erstes Gefühl für das Boot bekommen können. Das zweite Boot kann jedoch noch nicht abgeholt werden, da es schon wieder dunkel geworden ist.

Es wird wieder dunkel. Blick aus einer Anhöhe.

In der Besprechung am Abend werden einige Varianten durchgesprochen, wie wir an das zweite Boot kommen könnten. Diese Frage brachten wir Gott im Gebet. Im tiefen Vertrauen auf unseren allmächtigen Gott, gingen wir schlafen.

Die ersten Vorbereitungen

Unsere Unterkunft für die nächsten Tage

Endlich wieder am Tisch essen.

Nach der Ankunft am 29.12.17 und dem Auspacken werden zunächst die hungrigen Mägen reichlich gefüllt. Endlich wieder am Tisch essen, wie man es von zuhause gewohnt ist. Unsere Köchin Dina bekocht uns sehr gut und sehr lecker.

Die Vorbesprechung um das zweite Boot abzuholen

Nach dem Essen wird eine Besprechung von Harry für die Bootsführer Andreas und Andrei, sowie Theo und William als Unterstützung, anberaumt. Das zweite Boot muss noch abgeholt werden.

Es liegt in einer Entfernung von ca. 2 Stunden Fahrtzeit vor Anker. Abgeholt werden sollte es mit dem kleinen Boot, das wir von den Hausbesitzern mieten konnten.

Dankbar für die Bewahrung auf der Reise fallen alle erschöpft ins Bett. Wir schlafen tief und fest bis der Wecker schon viel zu früh um 6:00 Uhr klingelt.

Endlich sind wir da

Planen. Vorbereiten. Besprechen. Und wieder vorbereiten. Umplanen. Besprechen. Fragen. Und Beten.

Zollpapiere

So vergehen die letzten Monate vor dem Start der Expedition nach Norwegen. Aber jetzt ist es soweit. Die Expedition beginnt. Die Gruppe aus 14 Teilnehmern findet sich in Hannover zusammen.

Nun bleibt noch die Fahrt zum Zollamt um die Ausrüstung registrieren zu lassen.

Ohne diesen Vorgang könnten wir Probleme bei der Einreise bekommen. Schon jetzt merken wir, dass die Reise uns viel abverlangen wird. Trotzdem blicken wir zuversichtlich voraus und erwarten Großes von Gott. Da die Fahrzeuge das Gepäck nicht aufnehmen können, wird noch spontan ein Anhänger beladen. Unsere Fahrzeugflotte sieht jetzt so aus: Geländewagen mit Anhänger, Wohnwagen und Transporter.

Endlich starten wir. Es ist der 27.12.2017, 16 Uhr. „Norwegen wir kommen!“

Zunächst geht es zur Insel Fehmarn. Von dort mit der Fähre nach Dänemark und weiter durch Schweden. Uns begleitet der Regen, bis die Temperaturen nach etwa 2000 Kilometern unter null Grad fallen.

Der Regen wird durch den Schnee abglöst

Endlich wird der Regen durch den Schnee abgelöst, der sich wie eine weiche Decke auf die Landschaft legt.

Hinter Stockholm wird es immer kälter. Die Temperatur fällt auf -22°C. Die Fahrt zieht sich hin. Wir sind schon 30 Stunden unterwegs und merken, dass die geplante Reisezeit von 40 Stunden überschritten werden wird. Zwischendurch haben wir mit einigen Schwierigkeiten der Fahrzeuge zu kämpfen. Die Frontscheiben frieren mit Wasser zu und müssen immer wieder freigekratzt werden. Im Wohnwagen fällt die Heizung aus und muss im Handbetrieb weiter betrieben werden.

Fahrt der Fahrzeugkolone durch Schweden

Trotzdem bleibt die Stimmung gut und wir sind dankbar, dass wir in den Pausen vom Küchenteam versorgt werden. Es gibt einmal sogar eine Suppe zum Mittagessen.

Die Strasse ist von einer dicken Eisschicht bedeckt.

Auf der Straße bildet sich eine Eisdecke, die von den Räumfahrzeugen nicht mehr entfernt wird. Ab und zu stehen Lastwagen auf der Gegenfahrbahn, weil ihre Anhänger in den Graben gerutscht sind. Dann staut sich der Verkehr.

Rentier im Schnee

Es geht weiter in den Norden. Die Ortschaften werden immer kleiner und hören fast ganz auf. Wir sehen die ersten Rentiere, die uns mit ihren großen Augen beobachten.

Endlich passieren wir die Grenze nach Norwegen und atmen auf. Wir sind fast da! Mit einer kleinen Fähre setzen wir auf die Insel Arnøya über und kommen nach 52 Stunden in Lauksletta an. Hinter dem Haus, schimmert der weiße Schnee auf den gewaltigen Felsen.

Berg hinter dem Haus

Was werden uns die kommenden Tage bringen? Gott weiß es. Wir sind dankbar, dass er uns gut an das Ziel gebracht hat.